Hüte Dich vor dem Zorn eines sanftmütigen Mannes. - Anonymus -
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Keine Angst mehr

Ich kann nicht schlafen. Denn der Plan steht. Der Weg liegt vor mir und seine Türen stehen weit offen. Ich muss nur noch hindurch gehen. Bei diesem Gedanken stehen mir die Haare zu Berge, aber auch nur weil ich Gänsehaut bekomme. Ein neues Leben. Endlich eine Perspektive. Endlich eine Herausforderung, die dem Sinn meines Lebens Nachdruck verleiht. Mit einem einzigen Schritt werden sich mir plötzlich völlig neue Aufgaben stellen. Es gilt nun, etwas zu verändern. Erst jetzt wird mir klar, wie groß die Bedeutung des Wortes Veränderung wirklich ist. Denn Veränderung ist ein stetiger Kampf, sowohl mit mir selbst als auch gegen Andere. Ich erlebe gerade, wie solche Kämpfe in mir wüten. Überzeugung gegen Zweifel. Mut gegen Angst. Und doch waren sie immer allgegenwärtig. Meine Zweifel und meine Angst. Natürlich ist mir nicht wohl in meiner Haut. Vielleicht möchte gerade auch niemand in ihr stecken. Aber das ist gut so. Denn es ist ja meine Haut. Es gibt so viele liebenswürdige Menschen in meinem Leben, die mir meine Zweifel und meine Angst nehmen, die endlich einmal hinter mir stehen. Mir steht vor Rührung das Wasser in den Augen, wenn ich darüber nachdenke. Ich werde keine Träne weinen. Zum einen habe ich das in diesem Leben schon zu oft getan. Zum anderen sagt sie mir, jede meiner Tränen sei ein Teil von mir, der mich auf ewig verließe, wenn ich es täte. Wie Recht sie hat. Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, muss ich gestehen, dass ich mich schon so manches Mal aufgegeben habe, weil ich Angst hatte. In den letzten Tagen muss ich erleben, dass ich damit nie alleine stand. Zu viel Angst - auch um mich herum - hat mich dazu bewogen, Mut zu fassen. Ich bin mir sehr bewusst darüber, welche Macht Angst ausüben kann. Und doch ist Angst nichts weiter als ein Warnsystem, welches uns Menschen schon zu Urzeiten vor Gefahren schützen sollte. Vor kurzem hörte ich einen Wissenschaftler sagen, dass die sinnvollen Zeiten dieses einst wirkungsvollen Systems heute vorbei seien. Doch ich stimme dem nicht zu. Denn dadurch, dass wir Bedrohungen heutzutage schneller und effektiver einschätzen können, hat unsere Angst ihren Nutzen doch nicht verloren. Im Gegenteil, wir Menschen haben unsere Angst verdoppelt. Es gab eine Zeit, in der man lediglich von Angst sprach. Heute sprechen wir über unsere „Ängste“. Wer oder was veranlasst uns dazu, dem Wort eine Pluralform zu geben? Man gab ihr, als ob Ängste nicht schon schlimm genug wären, sogar noch eine Schwester – Panik. Sie entstammt der Geschichte um den Hirtengott Pan, der plötzlich ganze Schafsherden in eine Massenflucht treiben konnte, ohne dass je ein Mensch Einfluss auf die Tiere genommen hatte. Warum auch immer Pan sich entschied, sich auch auf Menschen zu stürzen. Die Angst war uns wohl nicht mehr genug. Ich nehme auch an, dass ein Großteil der Menschheit sich irgendwann ziemlich gelangweilt haben musste, so dass ihnen nichts Besseres eingefallen war, als ein paar Menschenmassen in Angst und Panik zu versetzen. Aus Sensationswahn wurde die Sensationspresse. Nachrichten, die wissentlich einen Schock in uns auslösen, werden seit geraumer Zeit zu gerne verbreitet. Das Geschäft mit der Angst. Und wir bekamen den Hals nicht voll. Aber niemand hat daran gedacht, dass es in die Hose gehen würde. Denn heute beherrschen Angst und Panik mindestens die Hälfte der Menschheit. Angst und Panik haben wir vor Krieg, vor dem jedweden Verlust, vor der Einsamkeit, vor dem Versagen, vor dem Tod und vor Andersdenkenden. Angst und Panik lassen uns vergessen, dass wir ein Leben zu führen, dass wir Aufgaben auf diesem Planeten zu erledigen haben. Sie lassen uns vergessen, dass wir alle in einem und demselben Boot sitzen, dass wir alle miteinander auskommen müssen, ob wir nun wollen oder nicht. Angst und Panik schaffen es, dass manche von uns sich verfeinden. Und nur wenige verbrüdern sich gegen sie. Angst und Panik kostet Menschenleben. Unsere Sensationspresse hält uns doch über die „großen“ Menschen stets auf dem Laufenden. Doch es interessiert sie nicht, wenn es die Kleinen trifft. Ist es nicht eine Schande, wenn man hört, wie schweigsam manche einfach von uns gehen, ohne dass sie sich je angehört haben, dass sie einem wichtig waren? Ich mag im Augenblick nicht schlafen können. Und mir können weiß Gott wie lange die Haare zu Berge stehen, mir kann eine Ameisenarmee den Nacken hinaufkrabbeln. Feuerwerkskörper oder ein zugeschlagenes U-Bahn-Fenster können mir einen Schrecken einjagen. Doch er wird nur von kurzer Dauer sein. Ich lege mich jetzt wieder schlafen. Denn ich, ich habe keine Angst mehr.
15.11.09 03:16
 


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