Hüte Dich vor dem Zorn eines sanftmütigen Mannes. - Anonymus -
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Hier folgt eine kleine Auswahl an Gedichten, die ich von Zeit zu Zeit auf dem Regenbogen veröffentliche.
Aufruf eines Bettlers © 2006 BlueShade „An jene Damen, die ehrlich Liebe wollen: Wo ist mein Herz? Nun suchet schon. Es ward verjagt. Seitdem verschollen. Die es finde, soll erhalten ihren Lohn.“
So wanderte ein Bettler durch die Stadt, zum Gespött der Leut und blankem Hohn. Was nennt er, wer nichts zu bieten hat, einer jungen holden Schönheit Lohn?
Doch der Bettler konnte gut vertragen, was den reichen Herren ein Vergnügen. Denn er hatte Antworten auf ihre Fragen und da beschloss er, sie zu rügen.
So wanderte nach sieben Regentagen eine unbekannte Schöne durch die Stadt, um mit Stolz allen Leuten dort zu sagen, ihren künftig Gemahl sie getroffen hat.
„An jenen Manne, der sein Herz verlor: Ich habe es gefunden, oh welch Glück.“ Ihre Stimme jung klang lieblich empor. Selbst der Adel war zutiefst entzückt.
Da wettete die Herrschaft um hohe Gage: Wer Gottes möge wohl ihr Liebster sein? Nur einer hatte Antwort auf deren Frage und setzte eifrig seine Almosen ein.
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Der Heimkehrer © 2006 Blue Shade Flink er schleicht vorbei am Fenster Zu spätem Abend kehrt er heim Zunächst im Glauben an Gespenster Scheint sie dennoch, erleichtert zu sein
Die Gestalt nähert sich dem Haus Knarren an der Tür aus Buchenholz Er stampft in Stiefeln am Boden auf Sieht sie freudig an, ist voller Stolz
Mylady klagend: „Nimmersatt mein Herz vermag Mit Blicken Euch zu beschenken Und Euren Lippen an jedem Tag Mit zärtlichem Kuss zu gedenken“
Mylord sanft erwidernd: „Erhaben bin ich heut nur Euch Doch seid Ihr nur ein Abendstern Unter´m kühlen, sandig Dolch Am düsteren Vorhang in der Fern“
Mylady erzählend: „Blumen hab ich Euch gepflückt Doch Ihr nahmt sie niemals an Mit Grün hatt’ ich sie bestückt So ward es in Hoffnung getan“
Mylord ablenkend: „Ihr, mit samtig weichem Kern Habt keine Scheu mir zuzuhören Rücksicht ist, Ihr mögt es gern, Die Kunst Euch nicht zu stören“
Mylady jammernd: „Lebensglück ist auch eine Last Bedarf kann süß und sauer sein In meinem Hause seid Ihr Gast Und dennoch speise ich allein“
Mylord besänftigend: „Lasset einander Leid uns teilen Wenn Schicksal Macht genießt Ich spend Euch Trost über Meilen Ob tausend Tränen Ihr vergießt“
Mylady unter Tränen: „Wie wollt Ihr wissen was es ist? Am Tag besorgt, gar tief gekränkt Des Nachts schlaflos und verschwitzt Ist dies die Liebe, die mir geschenkt?“
Mylord erklärend: „Mylady, seht wir haben Krieg Vor Euren Türen tobt der Sturm Drum wartet noch bis zum Sieg Habt Geduld, sucht Schutz im Turm“
Als wäre dies die letzte Nacht So küssten sie und liebten sich Am frühen Morgen aufgewacht Im Bette, dort fand sie ihn nicht
Der Lord kam nimmer wieder Durch´s Fenster sah sie ihm nach Dann legte sie die Blumen nieder Mit Grün bestückt, an seinem Grab
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In nächtlichen Träumen © 2005 Blue Shade Ich könnt im Bette mich umdrehen mir die schwachen Äuglein reiben und versuchte ich, nicht hinzusehen, keine andere Wahl wird bleiben,
Als den höchsten Berg zu besteigen und die Leiter zum Himmel hinauf, am schärfsten Gefühl mich zu schneiden, zu verfallen dem gar tiefsten Rausch
Den Weg entlang geheimster Orte Vorbei am Reiz all schönster Leiber Erreich ich jene gold´ne Pforte Und flehe um die Günste deiner…
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Auseinander © 2005 Blue Shade Und so ging sie geschwind die nächtliche Straße hinauf Dachte dass sie noch winkt Oder noch mal rüberschaut
Bestimmt kühlt der Wind die Tränen die sie weint Wir waren wie wir sind, und mal unschlagbar vereint
Hatten die ewige Liebe uns für immer geschworen Waren wie ein Getriebe Fast füreinander geboren
Und so flink und rasant, wie manche Zeit verstreicht Denkt man nicht daran, wenn vieles nicht mehr reicht
Da draußen war es zu kalt Zu suchen was in mir schlief Bis der Umriss ihrer Gestalt sich im Dunkeln verlief…
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Nachtlied für Dich © 2005 Blue Shade ...für meine Seelenschwester
Lass den Schmerz von allem Lass los und lehn Dich an Komm lass Dich einfach fallen Lass nichts an Dich heran
Und auch kein stiller Schrei Soll tönen durch die Nacht Für heute bist Du frei Hast zuviel durchgemacht
Lass Deine Augenlider In dieser Stunde zu Und öffne sie erst wieder Wenn Friede ist und Ruh’
Geballte Fäuste lockern sich Die Wut löst sich in Träume auf Auch zittern musst Du heute nicht Lass allem freien Lauf
Bin ja bei Dir, wird alles gut Will lindern Deinen Schmerz Wässern die letzten Funken der Glut Und beschützen Dein gutes Herz
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Einsam © 2005 Blue Shade
Endlos, schlaflos, kalt ist Nacht Und das weiche Bett viel zu groß Strengstens von mir selbst bewacht Stell auf Papier ich meine Seele bloß
Weit entfernt vom Sinn, vom Zweck Zieh ich die Bilanz aus dem Moment mich selbst dadurch tief in den Dreck Die ganze Zeit, pausenlos, permanent
Weiblich fern, ersehnt, du unbekannt Viel zu weit der Weg zu meinem Ziel Mal bin ich gegangen und mal gerannt Doch ich kam nicht weiter als bis hier
Zur Genüge hab ich künstlich gelacht Und brav vorgegeben, alles wäre gut Die Wirklichkeit ist wie diese Nacht bricht über mich herein wie eine Flut
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Warten © 2005 Blue Shade In jenem seltenen Moment Wünscht` ich mir die Uhren still Kein Zeiger der im Kreise rennt Selbst wenn jemand denken will
Ein Seidenteppich ist aufgerollt Die Atmosphäre mit Spannung erfüllt Von niemandem sei ein Ton gewollt Denn Schweigen hat sich eingehüllt
Soll nur kein einzig Herz es wagen Getreu der menschlichen Gepflogenheit Schmerz zu tun oder gar zu schlagen Denn Dein zarter Hauch berührt nun Zeit...
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Titellos © 2005 Blue Shade
Ich möchte eines Tages nicht Glauben wollen blind zu sein Weil das weit entfernte Licht Zu schön war um echt zu sein
Ich will um jenen Willen nicht Glauben müssen zu ertrinken Oder mit einem kleinen Gedicht Schmerzhaft zum Abschied winken
Gedanken auf der Haut zu spüren Tränen nicht nur sehen im Traum Existenz mit Händen zu berühren Nicht bloss online in einem Raum
Gesehenes was ich nur glauben kann Was mich beschäftigt dieser Tage Ist ein menschliches Gespann durch Wind und Leere in der Lage,
diesen weiten Weg zurückzulegen, Zu fühlen, zu zweifeln, zu freuen, Zu lachen, zu weinen, und zu reden, Ohne sie mit Wirklichkeit zu bestreuen?
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Verloren © 2005 Blue Shade Ich zähl nicht die Sekunden Und auch kein einziges Schaf Bin hellwach in diesen Stunden Die Nacht raubt mir den Schlaf
Es ist zu still in diesem Raum Ich verzehre die Gedanken Verjage jenen schönen Traum Weise ihn in seine Schranken
Der Rum betäubt die Nervenzellen Genervt hör ich den Regen prasseln Lass das Glas am Boden zerschellen Spür Wut in meinem Körper zappeln
Kaum noch halten kann ich mich Schwindlig, torkelnd und volltrunken Wild gestikulierend im Dämmerlicht Ich nenn sie alle Lügner und Halunken
Drei Leben lang nun falsch gespielt Gegen mich war die Welt verschworen Erbitterte Kriege hab ich geführt Und sie alle doch - zum Glück - verloren
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